Iran

Nach gut 2 Monaten in Südostasien und Indonesien tauchte ich in eine andere Welt ein. Statt freizügig gekleideten Touristen an Strand und Meer erwarteten mich nun in der langsam aufstrebenden und ständig moderner werdenden Stadt Tehran Frauen mit Kopftuchpflicht und Männer in langen Hosen und geschlossenen Hemden. Das Klima spielt auch einen Streich mit mir. Von 35 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit zu 12 Grad und Regen. Ich habe eine kleine Kältewelle in Tehran erwischt und brauche direkt meine Regenjacke. Der Iran heißt mich auf seine ganz eigene Art und Weise willkommen.

Hier ist alles etwas anders als in so vielen Reiseländern. Angefangen beim Visum on Arrival am Flughafen merkt man schon, dass hier sehr strenge Regeln herrschen. Man muss eine gültige Krankenversicherung vorlegen, die Dokumente werden genaustens geprüft und mit 75€ für ein 30tägiges Visum ist es auch das Teuerste meiner gesamten Reise. Ich hatte Glück und kam nachts am Flughafen an, es herrschte kaum Betrieb und so durfte ich nach 2 Stunden mit meinem Visum in das Land einreisen, tagsüber dauert das Ganze wohl noch länger. Wer nicht spontan in den Iran reist, sollte sich vorab um das Visum kümmern. Das geht dann wesentlich schneller.

Die zweite Hürde, die man schon vor der Einreise in den Iran nehmen muss, ist die des Bargeldes. Internationale Kreditkarten funktionieren nur in den seltensten Fällen und dann auch nur zum Bezahlen von Hotels. Bargeldabhebungen sind nicht möglich, da die Banken nicht an das internationale Währungssystem angeschlossen sind. Das bedeutet für eine Reise in den Iran, dass vorab gut kalkuliert werden muss wie viel Geld man braucht, sowie einen Puffer aufaddiert und die Summe in Bar mit ins Land einführt. Im Land kann der Euro oder USDollar dann in den iranischen Rial umgetauscht werden. Zu meiner Zeit im April/Mai 2018 schwankte der Kurs täglich und der Rial war zu dieser Zeit extrem schwach. An einem Tag bekam man für 1 USDollar 50.000Rial, am nächsten 55.000. Für 1 € waren es zwischen 60.000 und 65.000Rial. Durch die starken Kursschwankungen haben die großen nationalen Banken das Umtauschen von Geld kurzfristig für Wechselstuben verboten. Es war für Einheimische und Touristen offiziell nur möglich zu einem verhältnismäßig schlechten Kurs bei Banken zu wechseln. Inoffiziell hingegen konnte ich auch in meinem ersten Hostel in Tehran zu einem anständigen Kurs mein Geld umtauschen oder aber auch auf dem Schwarzmarkt auf der Straße. Dieser ist sehr groß und beliebt bei den Iranern geworden. So wird ganz schnell unter der Hand auf der Straße das Geld zu einem besseren Kurs getauscht.

Sobald man also (vielleicht abenteuerlich) an seinen iranischen Rial gekommen ist, stößt man schon auf den nächsten ungewohnten kulturellen Brauch. Die Iraner selbst benutzen für das Verhandeln und Abschließen alltäglicher Geschäfte eine selbstgeschaffene Währung, den Toman. 5.000Toman entsprechen 50.000Rial. Im Grunde genommen sehr einfach, denn es wird nur eine 0 weggelassen um die Summen kleiner zu halten und für weniger Verwirrung in den großen Zahlen zu sorgen. Daran muss man sich als Tourist aber erstmal gewöhnen, sonst tappt man schnell in die Falle mehr bezahlen zu müssen als man zuerst angenommen hatte. Das mit dem Geld ist also so seine ganz eigene Geschichte im Iran. Es hört sich zunächst alles kompliziert und umständlich an: Ist es natürlich auch zu Beginn aber man gewöhnt sich nach 1 bis 2 Tagen daran und fängt sogar an es etwas zu genießen.

Ein weiterer Brauch, den man kennen sollte, auch wenn er nicht ganz so oft mit Touristen praktiziert wird, ist der sogenannte Taroof. Eine recht charmant erscheinende Interaktionsform bei der die eine Person der anderen etwas anbietet. Beispielsweise ein Stück Kuchen. Das Stück muss beim ersten und zweiten Mal abgelehnt werden. Wird das Stück aber ein drittes Mal angeboten, so kann man es ohne Bedenken annehmen. Diese Geste von beiden Seiten gilt als Respekt -und Höflichkeitsform. Es kann aber vorkommen, wenn auch selten, dass die Iraner dieses Ritual nutzen um den Touristen Geld aus der Tasche zu ziehen. Wenn man aber stets freundlich und mit einem Lächeln bestimmend verneint, dann nehmen sie auch ihre Ware zurück.

Hat man nun die wichtigsten Verhaltensregeln im Kopf, kann man sich ohne Bedenken frei durch den Iran bewegen ohne das Gefühl zu haben man macht etwas falsch oder respektiert nicht die Kultur oder Religion. Wichtig ist, die Authentizität zu wahren, offen und freundlich mit den Menschen zu interagieren und ohne Vorurteile auf sie zuzugehen. Aber das sollte bei jeder Reise in ein fremdes Land gleich sein. Man wird schnell auf den Straßen die Gastfreundschaft und das große Interesse der Iraner an der eigenen Person merken. Es kommt nicht selten vor, dass man mal eine leckere Speise oder einen Tee angeboten bekommt. Wenn es regnet, so habe ich es erlebt, wird dir kurzerhand ein Regenschirm im nächsten Laden gekauft damit du bloß nicht nass wirst. Auch wenn die Iraner in der Regel kein Englisch in der Schule lernen, und nur die allerwenigsten dieser Sprache mächtig sind, haben sie keine Hemmungen mit dir in Interaktion zu treten. Sie fangen einfach an auf Farsi zu reden, mit Händen und Füßen zu gestikulieren und haben dabei immer ein Lächeln auf den Lippen. Es hilft, das Spiel mitzumachen. Zu Lächeln, Verständnis für das Gesagte zu zeigen und ebenfalls zu versuchen, auf welcher Sprache auch immer, sich der Person mitzuteilen. Es geht in erster Linie um die Interaktion und nicht den Inhalt. Meistens sind die Iraner einfach glücklich einen Touristen zu sehen und stolz auf ihr Land und dessen Schätze. Da kann der Fischhändler dir schon mal schnell den 20Kg schweren Fisch in die Hand drücken oder in einem Lebensmittelladen die Oliven, der Fetakäse und Joghurt zum Abendessen angeboten werden. Alle haben aber Eines gemeinsam und das ist der Hang zum Selfies machen. Sie lieben es sich mit dir abzulichten. Sind stolz auf das Foto und präsentieren es wahrscheinlich am Abend der Familie. Egal ob Taxifahrer, Straßenhändler, Eisverkäufer oder Spaziergänger. Das alles kann manchmal ganz schön ermüdend sein wenn man tagtäglich auf der Straße angesprochen und abgelichtet wird. Aber es geschieht stets mit einer gewissen Höflichkeit und einem solchen Respekt, dass man den Menschen nicht böse sein kann sondern vielmehr anfängt diese Neugierde zu bewundern.

Es sind schon in Tehran, zu Beginn meiner Reise die Begegnungen mit den Menschen statt die touristischen Sehenswürdigkeiten die mich so ihn den Bann ziehen. Natürlich hat Tehran auch nicht ganz so viel zu bieten und erst recht bei so einem Regenwetter erscheint eine iranische Hauptstadt nicht wirklich in seiner schönsten Form. Dennoch gibt es mit den prunkvollen Palästen der alten Schahs wie dem Golestan, Niavaran oder Saad Abad Complex einige interessante geschichtliche Einblicke. Ebenfalls die Imam Khoemini Moschee ist einen Besuch wert. Der Bazar hingegen ist zwar lebhaft aber viel mehr als Kleidung hat er nicht zu bieten. Er ist nicht mit Souks in Jordanien oder Marokko zu vergleichen wo viel Handwerk und Kunst angeboten wird. Der Azadi Square mit dem Freiheitsturm ist das moderne Wahrzeichen Tehrans und ebenfalls ein leicht zu erreichendes Ausflugsziel mit der Metro.

Von Tehran erreichte ich mit dem Bus mein erstes Ziel auf dem Weg Richtung Süden. Die alte Stadt Kashan ist für einen 2 Tagesstopp sehr zu empfehlen. Mit ihren althistorischen Häusern und Bädern der Kadscharen Dynastie besitzt das Städtchen einen ganz eigenen Charme. Das Leben hier ist einfacher. Die Menschen leben in Lehmbauten, die Zeit scheint trotz des geschäftigen Lebens stehen geblieben zu sein. Das wirkt sich auch noch einmal mehr auf die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen aus. Sie nehmen sich viel Zeit für ein Gespräch und helfen dir im Alltag wo es nur geht. Das Tabatabaei und Borujerdi Haus sind zwei der schönsten Häuser in der Stadt, ebenfalls lohnt ein Blick in das Badehaus Amir Ahmad und dem dortigen Rooftop. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Aqa Bozorg Moschee, der Fin Garden und der außerhalb der Stadt liegende Aran va Bidgol Schrein. An einem Abend in Kashan bot sich mir die Gelegenheit mein Fitnesslevel in einem traditionellen Zoorkhane (Art Fitnessstudio) die Kraftpsortart Varzesch-e-bastani unter Beweis zu stellen. Die Übungen bestehen aus einer Mischung von Kniebeugen, Liegestützen und Dehnübungen gepaart mit Instrumenten wie Holzkeulen, Ketten und Holzlatten. Sie werden in einem Raum praktiziert in dessen Zentrum eine ein Meter tiefe achteckige Grube mit Holzboden befindet. Ein Morsched sitzt auf einem Sardam (etwas höher gelegenes Podest) und begleitet die Sportler mit religiösem Gesang, Bechertrommel und Glocke. Es ist ausschließlich Männern erlaubt den Raum zu betreten. Manche kommen aber auch nur zum Zuschauen. Es ist eine Mischung von Sport und dem Ausleben der Religion. In jedem Falle ist es unglaublich anstrengend und eine tolle Erfahrung.

Nach Kashan ging es dann mit dem Nachtbus nach Esfahan. einer modernen Millionenmetropole im Zentrum des Landes. Vor allem berühmt durch seine in der Safawiden Zeit gebaute Si-o-Se Pol Brücke mit ihren 33 Bögen. In Esfahan erlebt man eine moderne Gesellschaft. Hier sieht man nicht nur Marken aus aller Welt sondern auch exklusive Hotels. In Tehran war das eher nicht der Fall. Das Leben ist schnelllebig, das Stadtbild wird neben modernisierten Bauten ebenfalls von tollen Parkanlagen und historischen Bauten bestimmt. Frauen tragen ihre Kopftücher locker. Man sieht dunkle, blonde, manchmal auch rote Haare durchblitzen. Wie überall ist auch hier viel Make-Up im Spiel und gekleidet wird sich mehr westlich. Hier in Esfahan findet man auch den größten Platz der Welt, den Imam Platz. Es ist das pulsierende Zentrum der Stadt. Man sieht picknickende Familien ebenso wie Jugendliche die auf BMX Rädern an ihren Tricks feilen. Neben zwei großen Moscheen gibt es auch einen durchaus lohnenswerten Bazar mit interessantem Handwerk. In den Teehäusern kann man sich ausruhen oder eine Kutschfahrt über den Platz buchen. Von der Terasse des Ali-Qapu-Palastes hat man einen tollen Blick auf den Platz. Die Imam Moschee ist genauso wie der Hascht Behescht und Chehel Sotun Palast einen Besuch wert.

In Esfahan kann man auch auf den Spuren der Armenier wandeln und die Vank-Kathedrale südlich des Flusses Zayandeh Rud besichtigen. Dazu gehört ein kleines aber lohnenswertes Museum zur geschichtlichen Entwicklung der Armenier bis hin zum Genozid durch das osmanische Reich. Am Sonntag lohnt sich ein Besuch des Soffeh Parks. Dort trifft sich gefühlt die halbe Stadt um zu Picknicken und vor allem eines zu tun, Volleyball spielen. Der ganze Park wird gesäumt von Kleingruppen die sich die Bälle hin und her schmettern. Nicht selten fliegt dann auch mal einer an die Köpfe oder mitten in das Picknick hinein. Zum Sonnenuntergang empfiehlt sich der anstrengende Aufstieg zum angrenzenden Sofe Berg. Es ist nicht einfach und nimmt etwa eine Stunde Zeit aber der Ausblick über die Stadt ist einzigartig. Wer faul ist oder nicht mehr ganz so fit, kann auch mit einer Seilbahn hochfahren. Es gibt ein Restaurant, sowie Zipline und Hängebrücke zur Unterhaltung.

Nach Esfahan ging es weiter südlich zur Wüstenstadt Yazd. Ähnlich wie Kashan sind hier die meisten Bauten aus Lehm. Markantes Merkmal der Stadt sind aber die vielen historischen Windtürme, die früher als eine Art Klimaanlage fungierten. Es geht hier sehr schläfrig zu, die engen Gassen sind sehr ruhig auch wenn sich nicht wenige Touristen in die Oasenstadt verirren. In diesem Ort kann man sich Treiben lassen. Neue Wege entdecken, auf einer Dachterasse bei einem Tee das Panorama der „Windturmskyline“ genießen oder sich in einem der vielen Museen über die historische Stadt Yazd weiterbilden. Insbesondere das Wassersystem war bis ins Detail ausgeklügelt. In jedem Falle lohnt ein Besuch der Jameh Moschee, dem Bazaar und des Dowlat Abad Garten. Dieser beherbergt den höchsten Windturm der Stadt und ist ein wunderschöner Garten mitten in der Wüste. Des weiteren kann man hier einiges über den Zoroastrismus kennenlernen und durch alte Bauten wie den Tower of Silence wandeln. Yazd bietet dem Besucher ein traditionelles Bild, manchmal verwunschen und mystisch. Es ist, wie auch in Kashan, ein einfaches Leben in traditionellen Lehmbauten. Von hier kann man weiterhin einen Tagesausflug ins nahe gelegene Karanaq machen. Eine weitere alte Wüstenstadt mit Lehmbauten aber zerfallener und kleiner. Es ist ein besonderes Gefühl durch den Ort zu spazieren. Die Häuser sind zwar größtenteils nicht mehr bewohnt aber strahlen etwas Einzigartiges aus. Die zoroastrische Pilgerstätte Chak-Chak wird in einer Tour angefahren. Es ist eine kleine Höhle in der Wasser von der Decke auf den Boden tropft (daher Chak-Chak, die ganze Geschichte zu schreiben spar ich mir). Meybod, weiter nördlich gelegen beherbergt einige Lehmziegelfestungen die jedoch von außen imposanter sind als von innen.

Von Yazd führte mich der Weg weiter nach Shiraz. Meinem persönlichen Highlight auf dem Festland. Bekannt ist Shiraz wegen seiner vielen bunten Gärten. Da es nicht in der Wüste liegt, sondern das Klima etwas feuchter und regenreicher ist, wachsen und gedeihen hier die Pflanzen besser. Die Stadt ist grün und rausgeputzt. Der Tourismus ist hier angekommen. Die Karim Khan Festung ist beliebter Treffpunkt von jung und alt um bei einem Saffraneis über den Tag zu sprechen oder einen kurzen Spaziergang einzulegen. Von dort aus lassen sich viele der interessanten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. So z.B. der Vakil Bazar mit seiner wunderschönen Vakil-Moschee. Der Bazar ist mit der Schönste im Iran und bietet dem Besucher allerlei Handwerk oder hübsche Ecken um bei einem Tee das Treiben zu beobachten. Die Vakil Moschee besticht vor allem durch ihre vielen prächtigen Säulen im Inneren des Baus. Das Hafis Mausoleum zu Ehren des berühmten Dichters Hafis ist in einen schönen Park eingebettet. Da es aber in Shiraz sehr viele Parks gibt und die Eintrittspreise ganz schön teuer werden können empfehle ich auf jeden Fall den Eram Garden. Dieser ist der Schönste in Shiraz und wird vor allem Sonntags von den Einheimischen zum Picknicken überflutet. Hier findet sich eine Pflanzenvielfalt wie man sie im Iran nicht erwartet hätte. Verliebte Päärchen, Familien und Freunde treffen sich hier um die freie Zeit zu genießen. Der neue Teil von Shiraz, nordwestlich gelegen, besticht durch seine großen Neubauten. Viele moderne Malls reihen sich an große Wohnungssiedlungen. Hier ist das Leben moderner, westlicher und wohlhabender. Absolutes Highlight in Shiraz ist aber die Nasir-ol-Molk Moschee oder auch Pinke Moschee genannt. Weltberühmt ist sie durch die bunten Fenster geworden. Morgens zwischen 9 und 12 Uhr (im April/Mai) fällt das Sonnenlicht so auf die Fenster, dass die Moschee in ein buntes Meer an Farben getaucht wird. Eine einzigartige Szenerie die wie in Tausend und einer Nacht wirkt. Sobald man den Raum betritt taucht man in eine andere Welt ein, ist gefesselt von diesem Anblick und vergisst alles um sich herum. Leider vergessen auch viele andere Touristen alles um sich herum, insbesondere chinesische Reisegruppen. Dadurch wird es laut, voll und unmöglich ein schönes Foto zu schießen. Denn die einzelnen Personen werfen sich in ständig wechselnden Posen auf die Teppiche vor den Fenstern. Sie räkeln sich in alle Richtungen und kaum ist einer fertig mit seinen Bildern, kommt schon der nächste. Es zerstört den Glanz und die Einzigartigkeit dieses Ortes. Insofern muss man sehr sehr früh kommen um wenigstens für eine kurze Zeit diesen Ort auf sich wirken lassen zu können. Dennoch ist die Nasir-ol-Molk Moschee ein wahrhaftig einzigartiger Ort den man nicht mehr vergessen wird.

Zum Abschluss meiner Iran-Reise führte mich der Weg dann von Shiraz mit einem Direktbus über Nacht auf die Insel Qeshm. Dort wurde ich bei 40Grad von meinem Couchsurfing Host Mostafa empfangen. Die Hitze hat mir ganz schön zugesetzt aber ich wollte auch hier die Einzigartigkeit der Natur bewundern. Ein Großteil der Insel ist nämlich ein Geopark mit Schluchten, Felsformationen, Mangrovenwäldern und weiteren interessanten Orten. In einer Tagestour besichtigte ich gemeinsam mit Mostafa im Westen der Insel den Chahkooh Canyon. In 2 Stunden konnten wir durch die engen Schluchten und über die weißen, staubigen Felsen klettern. Geformt in vielen Tausend Jahren durch Wind und Wasser. Durch die Hitze kam man mächtig ins Schwitzen und saute sich mit dem Staub so richtig ein. Nach dieser Anstrengung freute ich mich auf ein Bad und eine Abkühlung im persischen Golf. Diese genehmigten wir uns bei alten, traditionellen Schiffen die vor einem riesigen Mangrovenwald ankerten. Das Wasser türkisblau, grüne Bäume und alte verrostete Schiffe. Eine tolle Szenerie. Mittags gab es dann hervorragendes Seafood wie Garnelen, Red Snapper, und Haifisch. Ein super leckeres Mittagessen. Zum Abschluss der Tagestour ging es zum Star Valley. Wiedermal eine Mondlandschaft die ihres gleichen sucht. Wunderbare Felsformationen wie von Steinmetzen geschlagen. Der Sonnenuntergang dort war einer der Einmaligsten, den ich je gesehen habe. Wem die Vielfalt der Insel noch nicht gereicht hat, der fährt in den Süden zu dem Dorf Shib Deraz und kann dort Schildkröten beim Brüten und Delphine in der See bewundern oder weiter auf die kleine Insel Hengam übersetzen.

Genächtigt habe ich in Dargahan, dem zweitgrößten Ort der Insel. Neben der Hauptstadt Qeshm im Osten ist es die Stadt der vielen Einkaufszentren. Qeshm ist eine Freihandelszone, es gibt keine Steuern und somit ein Paradies zum Shoppen. Viele moderne Malls und Baustellen reihen sich an der Küste in 2. und 3. Reihe aneinander. Von Kleidung über Schmuck bis hin zu Haushaltsartikeln gibt es alles zu kaufen. Dementsprechend viele Geschäftsmänner sind hier unterwegs, mit denen man schnell ins Gespräch kommt. Sie sind sehr freundlich, wollen ihr Englisch verbessern und laden einen gerne mal zu einem Essen ein. An einem Abend konnte ich durch Mostafa an einem Englischtreff teilnehmen. In großer, illustrer Runde tauschten wir uns über unsere Leben und gesellschaftliche Themen aus. Ein wirklich interessantes Abendessen.

Wer noch tiefer in die Mondlandschaften der iranischen Inseln eintauchen will, dem empfehle ich einen Abstecher auf die Insel Hormuz. Die Landschaft und das Leben dort übertrifft noch einmal alles bisher Gesehene. Es gibt nur einen Ort mit einem portugiesischem Fort an seiner Nordspitze. Ein paar kleine Supermärkte und Restaurants und wenige Fischer. Hier findet man auch wie in Südostasien TukTuks, die die Touristen um die Insel und dessen interessanten Hotspots bringen. Ich organisierte mir jedoch einen privaten Motorradfahrer, der sich bei seiner Ankunft als ein 12-jähriger Junge herausstellte. Da die Insel sehr klein ist und kaum Verkehr herrscht fangen Kinder sehr früh an Motorrad zu fahren. Innerhalb von 2-3 Stunden kann man die Insel mit all seinen interessanten Fels -und Sandformationen umrunden. Dazu gehören z.B. die Cristal Cove, die RainbowMountains, das Sunset Abyss und der Red Beach. Man läuft durch karge Felslandschaften in gelben, roten, schwarzen und weißen Farben und hat das Ganze fast für sich alleine. Es scheint wie ein unbekannter Fleck auf Erden, weit ab von Touristenmassen. Die Ruhe und Einsamkeit hier auf dieser kleinen Insel ist schon fast erschreckend. Strände mit rotem, gelben oder weißen Sand, manchmal sogar schwarz-glitzerndem Sand. Ich frage mich oft wie dieser Ort der Erde noch so unberührt sein kann. Es fühlt sich an wie ein Ende der Welt.

Ich blicke auf eine erlebnisreiche Zeit im Iran zurück. Entgegen aller Reaktionen von Familie und Freunden und entgegen aller Medienberichten durfte ich ein Iran kennenlernen, das sich von seiner gastfreundlichsten und vor allem sichersten Seite zeigte. Es kam zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf, dass ich mich in einer gefährlichen Situation befinde. Das Reisen ist extrem einfach und günstig. Die vielen anderen Reisenden sind interessante und offene Menschen. So stelle ich mir das Reisen vor 20 bis 30 Jahren vor. Wo viele Tipps in Hostels weitergegeben wurden und nicht das Internet als das dominierende Medium zur Reiseplanung eines Landes herangezogen wurde. Vor allem aber die Menschen und deren offene Art sowie Hilfsbereitschaft und Höflichkeit haben mich schon von Beginn an in ihren Bann gezogen. Ich habe noch nie ein Land erlebt in dem man so herzlich aufgenommen wurde wie hier. Ich kann jedem, der überlegt in den Iran zu reisen oder noch von der Idee entfernt ist empfehlen, dieses einmalige Land und dessen Menschen zu besuchen.

Zweite Heimat Griechenland

Zum Abschluss meiner Reise ging es nach Griechenland. Dem mir so bekannten und geliebten Land um all das was ich erlebt und gesehen hab Revue passieren zu lassen. Mit seinem tiefblauen Meer, der im Mai schon starken Sonne und dem fabelhaften Essen bot es sich idealerweise an ein bisschen den Frühling hier zu genießen.

Nach einem Tag in Athen ging es mit dem Bus nach Nafplion und weiter nach Tolon. Es ist noch sehr ruhig hier gewesen, keine Touristenmassen wie im Sommer. Die Tavernen und Cafés, der gesamte Ort wirkt mehr verschlafen und die Einheimischen genießen die Ruhe vor ihren Läden bei einer Tasse Frapé und einem Schwätzchen. Für mich und meine Familie ist die Gegend aber schon immer wie eine Zweite Heimat wegen des Lefka Beach Camping Platzes. Es fühlt sich falsch an hier in Tolon in einem Appartement zu übernachten, wenn man immer gecampt hat. So hab ich mir in den ersten Tagen ein Zelt organisiert und dabei einige nette Griechen kennenlernen können. Nach den vielen Woche des Reisens hatte ich nun alle Zeit der Welt und keinen Stress weiterzuziehen. Ich wusste schon warum ich hier hin gekommen bin zum Abschluss. So ging es dann für weitere 3 Tage mit meinem ausgeliehenen Pop Up Tent zum Lefka Beach. Giotta und Takis haben mich herzlich aufgenommen. Auch hier waren nur ein paar wenige Wohnmobile mit Rentnern oder Eltern in Teilzeit anwesend. Der perfekte, ruhige und idyllische Ort um auszuspannen und zurück zum simplen Lifestyle zu finden. Denn ich war nicht wirklich ausgerüstet fürs Camping aber die Improvisation war schon immer das A und O beim Reisen. Und so konnte ich mir über die Tage hinweg ein entspanntes Dasein schaffen, weit ab von Menschenmassen und Verpflichtungen. Auch wenn das Meer noch recht kühl war, genoss ich das Bad im Wasser und die warmen Sonnenstrahlen. Nach über zehn Jahren besuchte ich auch mal wieder das Amphitheater Epidauros. Schon der Weg dort hin war wunderschön. Denn im Mai ist Griechenland sehr viel grüner und viele Blumen stehen in ihrer Blütenpracht. In Epidauros waren auch nicht sehr viele Touristen und man konnte die Szenerie viel mehr auf sich wirken lassen.
Das Dorf Ligourio direkt bei Epidauros ist auch einen Abstecher wert. Hier spielt sich das Leben noch ganz langsam und gemächlich ab.
Nach meiner Zeit rund um Nafplion, Drepano und Vivari zog es mich nochmal 2 Tage weiter südlich des Peloponnes nach Tyros zu meinen Taufpaten Manos und Marianne. Die beiden haben ein wunderschönes Häuschen in Alt-Tyros weit oben am Hang kleben mit einem einzigartigem Panoramablick auf das Meer. Zu meinem Glück sind sie gerade erst angekommen in Griechenland und boten mir für 2 Tage an sie zu besuchen.

Mit dem Bus von Nafplion nach Argos und weiter nach Tyros und 3 Stunden später sehe ich seit Ewigkeiten wieder ein Auto mit einem Westerwälder Kennzeichen und Manos lächelt mir herzlich entgegen. Es ist wie ein erstes nach Hause kommen für mich bevor es zurück nach Deutschland geht.
Die zwei Tage in Tyros vergingen dann wie im Fluge. Gutes griechisches Essen in Tavernen am Meer, Frapé im Café unter schattenspendenden Bäumen in Leonidion, lange und nette Gespräche mit meinen beiden Paten und chancenlos im Tavli gegen Marianne zu sein, ließen mich nochmal das griechische Leben von einer neuen Seite spüren. Aufzustehen mit diesem Panoramablick und den Tag mit einem guten Frühstück auf der Terrasse zu beginnen ist schon ein tolles Privileg. Aber die beiden haben auch viele viele Jahre hart dafür gearbeitet und haben es sich mehr als verdient ihren Ruhestand in diesem kleinen selbstgeschaffenen Paradies zu genießen.
Mit ihrer Herzlichkeit und Gastfreundschaft fühlte ich mich wie zu Hause und bin unglaublich dankbar meine Reise zusammen mit ihnen an diesem tollen Ort beenden zu dürfen. Deswegen bedanke ich mich nochmal an dieser Stelle an euch beide, dass ihr mich eingeladen habt und mir diese zwei unvergesslichen Tage geschenkt habt.

Über Nafplion ging es dann wieder zurück nach Athen um am nächsten Tag meinen Flieger zurück nach Deutschland zu nehmen. Ein komisches Gefühl nach der langen Zeit plötzlich alles hinter sich lassen zu müssen. Das Meer, den Strand, die vielen Länder, das Essen, die Menschen, die Kulturen, die Tiere, die Gerüche, die Natur. Die Vielfalt auf dieser Welt ist enorm und ich habe gerade mal einen kleinen Teil erleben dürfen…

Dubai

Von Qeshm nach Dubai in nur 20 Minuten mit dem Flugzeug und du findest dich in einer komplett anderen Welt wieder. Wieder eine Stadt der Superlative wenn nicht DIE Stadt der Superlative. Schon bei der Ankunft am Flughafen sieht man den höchsten Turm der Welt in weiter Ferne herausragen. Der Burj Khalifa ist ein einmaliges Bauwerk..

Leider sind die Preise in Dubai extrem hoch. Ist ja auch nicht anders zu erwarten wenn man bedenkt das vor nicht allzu langer Zeit nur Wüste hier war und nun die modernsten Gebäude und hunderte von Wolkenkratzern das Bild bestimmen. Reichtum durch Öl. Was das alles verändern kann.
Reichtum und Luxus den Besucher hier hautnah erleben können. Ich glaube, dass das die meisten Touristen an Dubai reizt. Einmal das Leben der Reichen hautnah erleben zu können auch wenn man selbst vielleicht in einem einfach Hotel oder Hostel schläft. Ob in den vielen exklusiven Malls mit Skihalle, Riesenaquarium und jeglicher Art von Unterhaltungsmöglichkeiten zu schlendern und die teuren Luxusboutiquen zu bestaunen oder Nackenstarre beim Besichtigen der Skyline zu bekommen. Hier blitzt und blinkt es an jeder Ecke. Perfekt aufeinander abgestimmt, wie eine Art Freizeitpark auf einer unglaublichen Fläche mitten in der heißen Wüste. BMW’s, Audis und Mercedes sind hier mehr Mittelklassewagen, Fußgänger sieht man so gut wie gar nicht, das Metro-System ausgeklügelt und modern. Künstlich angelegte Inseln wie die Palmeninsel Jumeirah mit dem Atlantik Hotel oder das Projekt „the world“. Architekten und Designer scheinen einen Wettbewerb auszutragen. Höher, schneller, weiter und innovativer. Es gibt keine Grenzen in dieser Stadt. Bestes Beispiel ist der Burj Khalifa. Ist es nicht genug einen Turm über 800m hoch zu bauen, wird er abends darüber hinaus von einer unglaublichen Brunnenshow und Lichtshow in Szene gesetzt. Oder hoch oben auf der Besucherplattform im 125 Stock sehen alle anderen Wolkenkratzer auf einmal klein aus. Alles wirkt klein, so weit oben. Es ist ein purer Rausch in den die Besucher versetzt werden. Dubai präsentiert sich von seiner hypermodernen und mächtigen Seite. Da kann das berühmte Burj Al Arab Hotel schonmal in die Jahre gekommen wirken und ist dennoch beeindruckend in seiner Architektur.
Hat man genug von der modernen Seite von Dubai lohnt sich ein Abstecher an den Creek zu den Souks und den alten Teil Dubais. Hier findet man noch bspw. traditionelle Windtürme aus der damaligen Zeit. Die Souks sind lebhaft, Menschen drängen sich durch enge Gassen, es ist laut, es wird verhandelt und Geschäfte gemacht. Hier geht es etwas einfacher zu. Auch wenn der Goldsouk glänzt und blitzt, ist der Reichtum diesem Teil der Stadt noch relativ ferngeblieben. Es ist ein gutes Leben aber noch mehr auf die alte Art und Weise. Ebenfalls auf dem Creek herrscht ein reges Treiben von Booten. Von der einen zur anderen Seite kann man für 1Dirham übersetzen. Toll ist es einfach die vielen Boote und das Beladen zu beobachten. Hier gibt es auch noch einige interessante Moscheen, ein altes Fort und das Museum zu Dubai.
Alles in allem ist die Stadt der reichen Ölschaichs mit ihrer Vorliebe zu grenzenlosen Projekten, ganz gemäß ihres beliebtesten Haustieres dem Falken, einen Besuch wert um eine gigantische MegaCity anzuschauen. Klar ist, dass es nicht ganz günstig ist und der Besuch auf wenige Tage begrenzt werden sollte. Auch wenn es kein klassisches Backpacker Ziel ist, empfehle ich jedem, egal welche Art zu reisen, zumindest einmal hier hin zu kommen. Es ist ein interessanter Eindruck einer rasant geschaffenen Welt mitten in der heißen und trockenen Wüste des Emirats Dubai.

Lombok

Lombok, der weniger touristische Nachbar von Bali, ist ein ideales und nahegelegenes Ziel wenn man dem Trubel von Bali entkommen will und auf der Suche nach authentischem Flair ist. Die Menschen, die auf Lombok leben gehören dem Volk der Sasak an und sind muslimischen Glaubens. Dementsprechend viele Moscheen kann man auf der Insel finden. Die Insel ist weniger dicht besiedelt und dennoch leben hier 2 Millionen Menschen. Die Straßen sind überwiegend in einem sehr guten Zustand und der Verkehr ist nicht dicht und überlastet.

Mit dem Boot kommt man in der Regel in Bangsal im Norden der Insel an und kann von dort einen Shuttle Service nach Senggigi oder Kuta nehmen. Die beiden Haupttouristenorte der Insel. Es lohnt sich zunächst einen mehrtägigen Stop in Senggigi einzulegen und den Norden der Insel mit einem Roller zu erkunden. Senggigi selbst ist ein Touristenort mit guter Infrastruktur und einem sehr schönen Strand. Fährt man entlang der Küste Richtung Norden sieht man einige tolle Buchten mit wunderschönen Stränden. Vorbei an Reisfeldern und ursprünglichen Dörfern, sind ein beliebtes Ziel die Wasserfälle Sendang und Tiu Kelep. Die Strecke lässt sich gemütlich in 2 Stunden mit mehreren Stopps mit dem Roller bewältigen. Dort angekommen erwartet einen ein kurzer Spaziergang zum Sendang Wasserfall. Weitere 30 Minuten bis zum Tiu Kelep. Der Weg ist etwas schwieriger. Über Steine und durch Bäche wartend, aber es lohnt sich. Die beiden gewaltigen Wasserfälle umgeben von grüner Natur sind ein absolutes Highlight. Bei gutem Wetter hat man auch die Sicht auf den Rinjani, den zweithöchsten Vulkan Indonesiens, der ebenfalls viele Reisende anzieht um ihn bei einer 3 tägigen Trekkingtour zu besteigen.
Nach Senggigi empfiehlt es sich in den Süden nach Kuta zu ziehen. Dem Haupttouristenort der Insel. Entweder man nimmt auch hier einen Shuttleservice oder mietet sich einen Roller und fährt auf eigene Faust in den Süden. Vorteil ist, dass man stoppen kann wann man möchte, der Nachteil, man muss den Weg auch zurückfahren um den Roller zurückzugeben. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und konnte mir so z.B. auch ein Bild der Hauptstadt Mataram machen. Im Epicentrum (Mall) bekommt man einen guten Eindruck von der modernen Jugend auf Lombok. Im Starbucks oder Burgerking , in Markenkleidung treffen sie sich wie auch bei uns in Deutschland und tauschen sich über den Tag aus. Ein wirklich kontrastreiches Programm zu den noch vielen traditionellen und einfachen Dörfern der Sasak. Auch die größte Moschee der Insel ist in Mataram zu finden und strahlt prunkvoll aus der Stadt hervor.
Kuta selbst ist ein beliebter Ort bei Surfern und Backpackern aber auch immer mehr Familien zieht es hierhin. Es wird fleißig an Hotels gebaut und eine schicke Promenade wurde bereits fertiggestellt. Nicht mehr lange und es wird bald wie auf Bali zugehen. Der Strand in Kuta ist nicht sehr schön, dafür bieten aber die umliegenden Strände eine traumhafte Kulisse und teilweise Traumstände für einen alleine. Da wäre zum Beispiel der Tanjung Aan Beach. Eine kreisrunde fast geschlossene Bucht mit türkisfarbenem Wasser. Ein kurzer Aufstieg auf die Hügelkette lohnt sich für ein Panorama und den Sonnenuntergang. Ganz weit im Osten der Insel befindet sich der Pink Beach. Je nach Intensität des Lichtes leuchtet der Sand in einer pinken Farbe. Der Strand ist aufgrund seiner Lage sehr ruhig und so ist man teilweise völlig alleine an diesem Traumstrand. Aber auch im Westen von Kuta gibt es ein paar Strände die sich lohnen. Da wären der Mawun Beach und Selong Belanak. Beide gute Strande zum Baden und Surfen.
  
Wer genug von Stränden hat, für den lohnt sich ein Ausflug in die nahegelegenen Sasak Dörfer Ende und Sade. Zwar haben sie nicht mehr die Authentizität bewahrt und sind auf Touristen eingestellt aber dennoch bekommt man einen guten Eindruck der Kultur. Markantes Merkmal sind die Reisspeicher im Obergeschoss der einfach gehaltenen Bambushäuser mit ihren geschwungenen Dächern. Des weiteren sind sie sehr geschickt im Weben von Teppichen und zeigen eindrucksvoll ihr Handwerk. Typisch für die Sasak sind die Stickfights. Ein Kampf zwischen zwei Männern mit Holzstock und Schild untermalt mit Livemusik und Tanz. Für die Touristen sind die Stickfights nur zur Unterhaltung, bei richtigen Festivals geht es schon ganz schön brutal zu denn es geht um Ehre und Geld. Wer nach den besuchen Blut geleckt hat und sich traut kann nun ein wenig abseits der Routen fahren und sich weitere Dörfer anschauen. Die Menschen hier sind direkt sehr offen und freundlich und sind neugierig ein westliches Gesicht zu sehen. Englisch sprechen sie in der Regel nicht aber mit den Händen und Füßen kann man sich immer irgendwie verständigen. Eine Partie Fußball auf der Hauptstraße und Drachen steigen im Reisfeld und schon hat man Kontakte zu den Einheimischen geknüpft.
          
Insgesamt hat mich Lombok fasziniert und mir wahnsinnig gefallen. Es ist noch wesentlich ursprünglicher und authentischer als Bali und die Menschen sind sehr offen und freundlich. Das Preisniveau ist auch etwas günstiger und die Strände wunderschön. Ich würde es jedem empfehlen solange noch hier nicht der Massentourismus angekommen ist.

 

Bali

Bei unserer Reiseplanung durfte Bali nicht fehlen denn es war für uns beide eins der Highlights, die wir nicht verpassen wollten. Relaxen an wunderschönen Stränden, die Ruhe in Reisfeldern und unter Kokospalmen genießen und Urlaub vom Urlaub machen. In Wahrheit entpuppte sich Bali aber als eine extrem überfüllte Insel, die dem Massentourismus verfallen ist. Bereits bei der Ankunft am Flughafen bekommt man einen ersten Eindruck wie sehr die Menschen hier auf Touristen eingestellt sind. Obwohl wir schon einige Zeit in Südostasien unterwegs waren und viele aufdringliche Verkäufer oder Taxifahrer kennen lernen durften, übertrafen sich die Fahrer am Flughafen in Denpasar noch einmal. So aufdringliche Menschen habe ich noch nicht erlebt, man muss vor den Taxifahrern in nahegelegene Supermärkte flüchten damit sie von dir ablassen. Die Stadt beginnt direkt am Flughafen aber den Schleichweg runter vom Gelände des Airports zu finden ist in der Dunkelheit und mit dem Druck der Taxifahrer gar nicht so leicht. Ich empfehle raus aus dem Flughafen und in die nächste belebte Straße der Stadt zu gehen und dort ein Taxi zu rufen. Der Preis ist um die Hälfte günstiger als am Flughafen. Alternativ kann auf ganz Bali Uber benutzt werden. Eine super Möglichkeit eine Idee von Taxipreisen zu bekommen, darüber hinaus ist Uber günstiger als ein normales Taxi.

Unseren Aufenthalt auf Bali begannen wir in einer wunderbaren Anlage mitten in den Reisfeldern von Canggu. Die offenen Hütten sind komplett aus Bambus gehalten und morgens steht man mit dem Blick auf das saftige Grün der Reispflanzen auf. Canggu selbst ist der Ort der Surfer und Yogabegeisterten. Nachdem sich Kuta zum Ballermann der Australier entwickelt hat, verlagerte sich das Backpackerzentrum nach Canggu. Es ist aber keine richtige Backpackercommunity mehr sondern vielmehr ein Schaulaufen von topgestylten Leuten in Markenklamotten. An jeder Ecke findet man die bekannten Surfshops oder Restaurants mit Burgern, Pizza und Pasta. Der Strand ist sehr weitläufig und bietet gute Wellen für Anfänger und Fortgeschrittene. Hier in Canggu hat sich aber noch eine weitere Szene herausgebildet. Digital Nomads treffen sich in Co-Working-Spaces um ihren Lifestyle mit der Arbeit am Laptop finanzieren zu können. In den letzten Jahren hat sich diese Art der Arbeit und des Reisens mehr und mehr bei jungen Leuten etabliert. Von Canggu lassen sich jedenfalls ein paar lohnenswerte Ausflüge im Süden der Insel unternehmen. Dazu mietet man sich am Besten einen Roller für 2-3€ am Tag. Der Verkehr auf Bali ist extrem. Die Straßen sind völlig überlastet aber wenn man umsichtig und nicht zu schnell fährt, ist es kein Problem. Westlich der Küste entlang liegt der Meerestempel Tannah Lot. Ein hinduistischer Tempel der bei Flut auf einem kleinen Felsen vor der Steilküste thront. Bei Ebbe kann man auf den Felsen klettern. Auf der Südhalbinsel gibt es ebenfalls einige interessante Orte zu entdecken. Da wäre z.B. der Dreamland Beach, die sich im Bau befindende Vishnu Statue und allen vorran der Uluwatu Tempel mit einer beeindruckenden Kulisse. Denpasar und Kuta kann man ohne weiteres auf dem Weg überspringen, außer man ist auf der Suche nach Pubs und Bars sowie Party am Abend. Sanur weiter östlich gelegen ist da familienfreundlicher. Der Strand ist ruhiger und gut zum Schwimmen geeignet. Der Ort hat eine gute Infrastruktur und Appartments sowie Hotels gibts zu genüge.

 

Unser Weg führte uns aber zunächst weiter nördlich nach Ubud. Dem spirituellen Zentrum der Insel. Die Fahrt dorthin führt durch bebautes Gebiet. Viele Reisfelder mussten neuen Hotelbauten oder Shopps weichen. Die Insel wird zunehmend besiedelt, die Straßen sind voll mit Autos und Mopeds, es geht kaum schneller als 50kmH vorran. Es ist erschreckend wie sehr der Tourismus hier das Bild prägt. In Ubud ist es nicht anders. Guesthouses und Homestays soweit das Auge reicht, eine reichliche Auswahl an Warungs, oft ausschließlich mit vegetarischen und veganen Gerichten.  Yogazentren und Kunstateliers neben Bars und Cafés. Es ist ganz schön lebendig und geschäftig in diesem kleinen Ort. Der interessante Kern mit den vielen, teils versteckten Tempeln kann ohne weiteres zu Fuß erkundet werden. Südlich gelegen gibt es den MonkeyForest. Dort leben mehr als 500 Affen in einem kleinen Waldpark. Sie werden dort mit Essen und Medizin versorgt und die Besucher können sie mit Bananen füttern und die Affen auf ihren Schultern und Köpfen herumklettern lassen. Man muss aber extrem vorsichtig mit seinen Sachen sein, denn die Affen sind sehr intelligent und fix unterwegs. Da kann die Handtasche der Frau schonmal vom Affen in den Wald verschleppt werden.

Die beiden absoluten Highlights für uns in Ubud waren aber zum Einen die Tegalalang Reisterassen und zum Anderen die Legong/Barong Tänze. Die Tegalalang Reisterassen liegen etwa 10km außerhalb und bieten dem Auge ein unfassbares Bild an terassenförmigen Reisplantagen. Zwar sind hier auch sehr viele Touristen unterwegs aber wenn man sich die Zeit für einen ausführlichen Spaziergang zu den hinteren Ecken der Terassen macht, so kann man noch auf die alteingesessenen Reisbauern treffen und bei einer Kokosnuss und Flötemspiel das grüne Panorama fast für sich allein genießen. Das ausgeklügelte Terassen -und Bewässerungssystem hat bis heute Bestand und sorgt nicht nur hier, sondern an vielen Orten auf der Insel Bali für das Hauptnahrungsmittel der Balinesen. Es ist ein wunderschöner Ort, an dem man die Zeit vergessen kann und nur die Schönheit der Natur genießt.

DIe Legong und Barong Tänze können jeden Abend in Ubud besucht werden. Es gibt mehr als 50 Tanzgruppen und  die Tänze besitzen eine lange Geschichte. Sie dienen in erster Linie zur Unterhaltung und erzählen in den meisten Fällen von einer Prinzessin die gefangen genommen wird und gerettet werden muss. Merkmal dieser Tänze sind die musikalische Untermalung einer Gruppe Männer die Laute und Sprechgesänge von sich geben. Die aufwendigen Kostüme der Tänzerinnen sind ein wahres Kunstwerk. Der Tanz selbst wird beherrscht von Körperspannung und langsamen, rhythmischen Bewegungen aber auch schauspielerischen Elementen. Es ist in jedem Falle mehr als einen Besuch wert. Man taucht ein in eine andere Welt, bekommt eine einmalige Aufführung einer anderen Kultur zu sehen und wird dabei bestens unterhalten.

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Fährt man von Ubud mit einem Roller nördlich ins Landesinnere so trifft man schnell auf unberührte Reisfelder und weite Landschaften. Hier ist das urbane Leben noch nicht so dominant und das Leben ursprünglicher. Kinder lassen ihre selbstgebastelten Drachen auf den Feldern steigen und Frauen laufen teilweise oben ohne und nur mit einem Sarong um die Hüfte gewickelt durch die Straßen. Es ist so einfach auf Bali dem einen Extrem zu entkommen und dem anderen Extrem zu begegnen.  Entwickelt sich der Tourismus aber unkontrolliert weiter, so befürchten wir, müssen auch vermehrt die Menschen im Landesinneren der Branche weichen. So führte uns der Weg zu den beiden Vulkanen der Insel. Zunächst zum Vulkan Agung, dem Größeren der beiden, genauer gesagt zum Pura Besakih oder auch Muttertempel genannt. Er ist der wichtigste Tempel der Insel und mit über 200 Gebäuden erstreckt er sich am Hang des Hügels. Bei gutem Wetter hat man freie Sicht auf den Vulkan. Der Weg führt weiter Richtung Norden zum Pura Ulun Danu Batur Tempel. Von hier hat man ein herrliches Panorama auf den kleineren der beiden Vulkane Batur. Auf der Strecke zurück nach Ubud liegt ein weiterer interessanter Tempel. Der Tirta Empul Tempel. Dieser beherbergt einen Badebereich mit heiligem Quellwasser zur rituellen Reinigung. Er wird von vielen Einheimischen besucht. In der Regel waschen sie sich nackt in dem Wasser aber durch den Tourismus und der Vermarktung dieses Tempels finden sich immer mehr Touristen in dem heiligen Quellwasser, die in Sarongs gewickelt den Brauch nachstellen. Für uns kam dies aber nicht in Frage, es ist und bleibt ein heiliger Ort für die Hinduisten und so verfolgt man den Brauch aus der Entfernung.

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Insgesamt hat Bali selbstverständlich mehr zu bieten als das Beschriebene. Die Insel ist aber so groß, dass man gar nicht alles an einem Aufenthalt sehen kann. Es ist lediglich ein kleiner Einblick in die Vielseitigkeit der Insel. Doch leider haben wir auch ein Bali kennen gelernt, dass vom Tourismus überrannt wurde. Strände und Wasser voll mit Plastikmüll, Abwasser, das ungefiltert ins Meer geleitet wird, Reisfelder die Hotels weichen müssen und ein Verkehr, der für die Insel mehr als zu viel geworden ist. Die einstige Schönheit, die Bali ausgestrahlt hat, fängt an zu bröckeln. Es wird sich zu wenig um die Erhaltung der Natur gekümmert, zu viele Projekte genehmigt und zu viele Menschen auf die Insel gelassen. Es muss ganz dringend in der Zukunft etwas passieren, dass dieses kleine Fleckchen seine Kultur, Natur und Vielseitigkeit beibehalten kann.

Kuala Lumpur

 

Kuala Lumpur, die Hauptstadt von Malaysia, ist neben Bangkok und Singapur das wichtigste Drehkreuz für Flüge in Südostasien. Wirtschaftlich hat es auch hier einen Boom gegeben sodass das Stadtbild von unzähligen Wolkenkratzern bestimmt wird. Die bekanntesten und gleichzeitig das Wahrzeichen Kuala Lumpurs sind die Petronas Twin Towers mit der markanten Brücke als Verbindung der zwei Türme. Weit hoch ragen sie neben den vielen anderen Wolkenkratzern heraus. Natürlich dürfen eine Konzerthalle und Mall im Inneren nicht fehlen. Teure Geschäfte reihen sich aneinander. Vorgelagert befindet sich ein großer Stadtpark mit öffentlich zugänglichem Freibad. Wieder eine MegaCity die schneller nicht wachsen konnte. Doch auch wenn Kuala Lumpur modern, fortschrittlich und ausgeklügelt scheint, so bröckelt die Fassade etwas. Viele Ecken sehen in die Jahre gekommen aus, es ist längst nicht so sauber und nachhaltig wie Singapur. Was die beiden Städte aber gemeinsam haben ist mal wieder die unglaubliche Interkulturalität auf den Straßen. Inder Speisen neben Arabern, Malayen treffen sich mit Chinesen, Japanern, Koreanern oder anderen Asiaten und auch Pakistan sowie die vereinigten arabischen Emirate sind oft zu erkennen. Geschweige denn von den westlichen Touristen. Es ist wieder ein friedliches und tolerantes Ausleben der Kulturen und Religionen. Fast alle Malayen sind muslimischen Glaubens, viele Frauen tragen Kopftuch und dennoch ist die Stadt/Land offen eingestellt.

Wer einen kurzen Zwischenstopp, so wie ich, hier einlegt fährt am Besten mit der Metro um ein paar Sehenswürdigkeiten zu sehen. Da wäre zum Beispiel der Merdeka Square mit dem ehemals höchsten Fahnenmast der Welt. Das Sultan Abdul Samad Gebäude ist besonders stillvoll. Hier finden sich auch Museen wie das Musik und Textilmuseum und die City Art Gallery. Ebenfalls angrenzend der River of Life mit der wunderschönen Sultan Abdul Samad Jamek Moschee. Wer eine neuere Moschee sehen will kann von dort aus auch fußläufig die Nationalmoschee erreichen.

Zum Einkaufen geht man am Besten zum Kasturi Walk und Central Market. Hier findet man neben Souvenirs, Kleidung, Essen und jede Menge Trubel. Der Trubel zieht sich auf der Petaling Street und Chinatown dann fort. Vor allem abends wird es hier lebhaft. Die Gegend ist besonders bei Backpackern beliebt. Malls findet man z.B. in Bukit Bintang und so ziemlich in jedem Viertel in Zentrum. Ebenfalls in der KL Sentral Station, so etwas wie der Hauptbahnhof für Metro und Busse. Dreh und Angelpunkt des innerstädtischen Verkehrs. Hier kommt man früher oder später auf dem Weg zum Flughafen oder von diesem kommend vorbei.

Mein Fazit: wer eine sudostasitische moderne Megacity sehen will, der fährt lieber nach Singapur. Dort gibt es wesentlich futuristischere Gebäude und interessante Projekte als in Kuala Lumpur. Dafür ist die Stadt etwas für den kleinen Geldbeutel und es lässt sich günstig gut leben.

Gili Air

 

Die 3 Gili Inseln Gili Trawangan, Gili Meno und Gili Air sind ein beliebtes Ziel um wunderschöne Strände, tolle tauch und Schnorchel Gebiete und verkehrsfreies Territorium zu erkunden. Aufgrund ihrer kleinen Größe gibt es auf allen 3 inslen keine Autos oder Mopeds. Lediglich Fahrräder oder pferdetuktuks stehen zur Verfügung. Das ist eine willkommene Abwechslung zu dem trubeligen Bali.

Ich entschied mich für die Insel gili Air. Da sie eine Mischung aus gili Meno (honeymooninsel) und Gili Trawangan (Partyinsel) sein soll. Insgesamt nehmen sich die 3 Inseln denke ich nicht viel was Strände und Schnorchelgebiete angeht.

So komme ich mit dem boot von Bali auf gili Air an und bin glücklich über die Ruhe die hier herrscht. Sicher, Touristen sind genügend angekommen aber es gibt keine nervigen Taxifahrer oder andere Personen die einem etwas andrehen wollen. Zu Fuß kann ich vom Pier zu meinem Homestay laufen und habe somit schon ein Viertel auf dem Weg zur anderen Inselseite zurückgelegt. Auf gili Air ist es wirklich ruhig aber es gibt abends auch ein paar wenige Bars wo etwas los ist. Es ist ein entspanntes in den Tag Hineinleben. Schwimmen, im Schatten eine Kokosnuss genießen, schnorcheln zwischen bunten Fischen und Korallen und abends beim Sonnenuntergang ein bier trinken oder sportlich mit den einheimischen auf dem einzigen Bolzplatz eine runde Kickern. Einfach mitspielen, die Teams findest du schon mit der Zeit heraus. Es ist nur wichtig auf welches Tor du spielst. Sie heißen dich jedenfalls herzlich willkommen.

Dazu gibt’s auch hier den muezzin den man verständlicherweise auf der gesamten Insel aus hören kann. Für 3 Tage lohnt es sich die Seele baumeln zu lassen, ohne den Druck des Sightseeings zu haben und an wunderschönen Stränden sonne zu tanken. Verloren gehen kann man auf der Insel nicht und genügend Infrastruktur wie Restaurants und Supermärkte gibt es auch. Mit dem Fahrrad bist du innerhalb von 1 Stunde einmal um die insel Gefahren. Ein süßer Fleck auf Erden, an den man gerne zurückkommen mag.

Kambodscha Angkor/Siem Reap

Die wohl berühmteste Tempelanlage Angkor in Kambodscha bei der Stadt Siem Reap gelegen ist definitiv einen Besuch wert. Der Tourismus ist längst hier angekommen und alles dreht sich um den Besuch des Parks. Teure Hotelanlagen sind hier ebenso zu finden wie Hostels. Siem Reap selbst ist nicht wirklich schön und lohnenswert. Wer nach Bars und Party sucht der wird jedoch auf der PubStreet fündig.

Am Besten lässt sich Angkor mit einem privaten TukTukFahrer besichtigen. Diesen kann man am Vortag organisieren und Preis sowie Zeit aushandeln. Für die kleine Tour zahlt man etwa 15 US Dollar. Bucht man ihn für mehrere Tage dann lässt es sich besser um den Preis handeln. Der Tuk Tuk Fahrer holt dich morgens am Hotel ab und fährt dich zu den ausgewählten Punkten auf der Karte. Einmal ausgestiegen, wartet er auf dich bis du zurück vom Besichtigen kommst und den nächsten Stop anfährst. So kannst du etwa einen 8 Stunden Tag einplanen um die kleine Tour zu machen, wieder einen vollen Tag für die große Tour und beispielsweise die Tour zum Sonnenaufgang machen.

Da der Park eine Vielzahl an interessanten Tempelanlagen bietet und es brüllend heiß werden kann empfiehlt es sich mindestens ein 3 Tages Ticket zu lösen. So muss man nicht an einem Tag durchhetzen und kann die Schönheit und Vielseitigkeit in vollen Zügen genießen und entdecken.

Eine kurze Auflistung der Highlights des Angkor Parks soll eine kurze Übersicht und Details zur kleinen und großen Tour geben:

Kleine Tour ganzer Tag ca 15 Dollar:

– Angkor Wat

– Angkor Thom

– Ta Leo

– Ta Phrom

Große Tour ganzer Tag ca 18 Dollar:

– Banteay Kdei

– Pre Rup

– Ta Som

– Neak Pean

– Preah Khan

Sonnenaufgangtour halber Tag Start ca. 4.30Uhr bis 11.00Uhr ca. 12 Dollar

– Sonnenaufgang Angkor Wat (nach dem Sonnenaufgang kann man Angkor Wat ganz in Ruhe ohne großen Trubel entdecken, da die Reisegruppen erst ab 8.00Uhr eintrudeln)

Neben Angkor Wat und dem weitläufigen Gelände des Angkor Thom ist vor allem der Ta Phrom ein wunderschöner Tempel der von Würgefeigen umschlungen mitten im Dschungel liegt. Ein faszinierendes Bild. Auch der Ta Som hat uns sehr gut gefallen. Im Grunde genommen lohnt es sich wie bereits erwähnt sich Zeit zu lassen und die Ecken in Ruhe zu besichtigen. So wird man nicht tempelmüde und würdigt die Einzigartigkeit eines jeden Platzes.

In jedem Falle ist genügend Sonnencreme, Wasser (was im Tuktuk deponiert werden kann) und Nerven wegen der asiatischen Reisegruppen mitzubringen. Besser ist es die Tour gegen den Uhrzeigersinn oder sehr früh zu beginnen um den Massen aus dem Weg zu gehen. Die Hitze kann einen ganz schön umhauen, viel Schatten suchen und Pausen einlegen. Ebenfalls Essen mitnehmen da es innerhalb des Parks nur verhältnismäßig teures Essen gibt.

Der Beitrag ist sehr informativ gestaltet denn die Bilder sprechen für sich und können diesen Ort besser beschreiben als alle Worte…

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Singapur

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Die futuristische mega City Singapur ist Dreh und Angelkreuz für Flüge aus aller Welt. Sie hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer hypermordenen Metropole entwickelt. Wir legten hier einen 3 Tages Stop auf dem Weg nach Bali ein.

Was sich unserem Auge bot war ganz anders als die letzten 2 Monate. Statt Dreck, Chaos, Märkten und Straßenküchen prägten Sauberkeit, Ordnung und moderne Wolkenkratzer das Bild. Die Fahrt mit der Metro zu unserem Hostel war schon bestens organisiert. Die Sauberkeit innerhalb der Stationen und Züge war garnicht zu vergleichen mit einer deutschen Metro. Das liegt daran dass überall Essen und Trinken verboten ist und hohe Geldstrafen erteilt werden. So wird konsequent überwacht und das Geschehen gefilmt. Man merkt schnell, dass man in einem Überwachungsstaat angekommen ist.

Das Futuristische zog sich auch in unserem Hostel durch. Geschlafen wird in einem 20er Dorm mit Spacepods. Wir wussten nicht so genau was es darstellt, eine Waschmaschine oder Kühlschrank. Jedenfalls dienen die Spacepods als Bett und sind mit Licht und Strom ausgestattet, manchmal sogar mit einem integrierten Fernseher. Auf jeden Fall eine interessante Hostelerfahrung. Für ein Spacepod für 2 Personen zahlten wir 100€ für 3 Nächte. So bekommt man mal eine Idee wie teuer Singapur ist.

Sauberkeit, gute Organisation, Überwachungsstaat, futuristische Metrople und hypermodern. Zu diesen Stichworten können sich auch hohe Toleranz und Akzeptanz anderer Kulturen und Religionen dazugesinnen. Denn in Singapur gibt es nicht nur Chinatown sondern auch Little India und ArabTown. Alle nah beisammen gelegen und doch eine eigene Welt für sich. Die Religion und kulturellen Bräuche können offen praktiziert werden ohne dass man Bedenken der Unterdrückung haben muss. Jeder findet seinen Platz in dieser Stadt. Von den Hindutempeln, bunten Häusern und indischem Essen in Little India über Falafel und Moscheen in ArabTown bis zur chinesischen Kultur in Chinatown taucht man in diverse Welten ein. Alle haben eines aber gemeinsam: die Sauberkeit.

Nachdem man sich in Little India für günstiges Geld satt gegessen hat fährt man am Besten zur Marina Bay und bestaunt die Skyline, das Espalade Theater, den Clarke Quay und vor allem das Marina Bay Sands Hotel. Ein einzigartiges Bauwerk das als Wahrzeichen von Singapur gilt. Wer hochfahren möchte tut dies am Besten zum Sonnenuntergang und genehmigt sich einen Drink in der Bar. Der Eintritt kostet 20Dollar und kann als ein Gutschein für ein Getränk fungieren. Bezahlt man jedoch den Eintritt für die Plattform zahlt man erstens 4dollar mehr und bekommt zweitens keinen Drink. Die Aussicht ist die gleiche. In jedem Falle ist es ein atemberaubendes Gefühl den höchsten Infinity Pool der Welt gepaart mit dem Blick auf Skyline und Marinabay Lightshow zu genießen. Hier in der Marina bay macht der Gigantismus seinem Namen alle Ehre. Oft denke ich mir, dass sich Architekten hier richtig austoben konnten und voll auf ihre Kosten kommen so vielfältig wie die Malls, Hochhäuser und Straßen gestaltet sind. Ein teurer Shop reiht sich an den nächsten. Die Menschen genießen teuren Kaffee in den klimatisierten Bars. Gesprochen wird übrigens meist in Englisch. Das ist die Handelssprache in Singapur und so wächst jeder bilingual auf.

Die Supertrees im Gardens by the Bay sind ebenfalls ein interessantes Ausflugsziel. Sie dienen als Beispiel wie in Zukunft Landwirtschaft in der vertikalen betrieben werden kann. Sie beherbergen zwar kein Gemüse oder Obst , sind stattdessen gesäumt von Orchideen. jeden Abend findet eine Lightshow statt. Am besten zwischen die Bäume legen. Der Flowerdome und Cloud Forest sind wie zwei moderne Gewächshäuser mit einer unglaublichen Vielfalt an Pflanzen. Die Besucher werden durch verschiedene Vegetationen der Welt geführt. Alles wird mit nachhaltigen Energien betrieben und die Eintrittspreise zum Teil für Projekte zur Erhaltung der Natur genutzt. Definitiv einen Besuch wert.

Wer auf Zoos steht für den lohnt ein Besuch des Singapur Zoos. Man kann alles über deutsche Standards in Zoos vergessen. Dieser ist ganz anders. Die Tiere werden fast überwiegend von natürlichen Barrieren von den Besuchern ferngehalten. So können Affen vor deinem Auge vorbeilaufen, diverse Vogelarten und Fledermäuse fliegen dir über den Kopf hinweg und andere Tiere, wie zum Beispiel der große Panda können aus nächster Nähe bestaunt werden. Es gibt zurzeit 4 verschiedene Zoobereiche. Jeder einzelne kostet Eintritt. Ab 2020 sollen zwei weitere Zoos hinzukommen. Zugeben günstig ist der Eintritt nicht mit jeweils 30dollar für einen Park. Aber was ist in Singapur schon günstig und es lohnt sich definitiv. Die Anfahrt ist ebenfalls problemlos mit Metro und Bus zu bewältigen, nimmt jedoch ca. 1 1/2 Stunden in Anspruch.

Insgesamt ist Singapur eine fortschrittliche und zukunftsweisende Stadt. Die Sauberkeit und hervorragende Organisation machen das Entdecken kinderleicht. Vor allem die hohe Toleranz und das friedliche Zusammenleben vieler Kulturen und Religionen hat uns sehr begeistert. Auch wenn zur Umsetzung der hohen Geldstrafen sehr viele Kameras in öffentlichen Gebäuden eingesetzt werden und man sich wie in einem Überwachungsstaat fühlt ist diese Stadt einen Besuch wert um eine Idee von einer modernen Metropole in Südostasien zu bekommen. Trotz allem wird man dort auch an 3 Tagen Arm und ist froh weiter nach Indonesien zu reisen wo alles doch so viel günstiger ist…

Krabi

 

Nach den letzten Wochen brauchten wir die Strände im Süden Thailands um das Gesehene sacken zu lassen, auszuspannen und Energie für Neues zu tanken. Da die Preise rund um die schönsten Strände die letzten Jahre stark angestiegen sind und einfache Strandbungalows kaum noch zu finden sind, ließen wir uns im touristischen Ort AoNang nieder und setzten von dort aus mit den Longtailbooten zum Raileh und Tonsai Beach oder den PhiPhiInseln über. Der Hotelpreis war hier wesentlich günstiger und einen Strand hatten wir auch hier vor der Nase auch wenn er nicht so schön wie die anderen war.

Die Woche gingen wir ganz entspannt am Strand, in Bars oder Restaurants an. Genossen das Leben und die Wärme der Sonne. Abkühlung gab uns das Bad in der Andamanensee mit Blick auf die Karstfelsen. Am Strand unter schattenspenden Palmen und den Füßen im warmen Sand lässt es sich gut gehen. Dennoch wollten wir auch weitere Strände sehen und setzten innerhalb von 10 Minuten mit dem Longtailboot zum Raileh Beach über. Zugegeben, der Strand ist schöner als in Ao Nang, da es aber keine Straßenverbindung dorthin gibt sind auch die Preise um einiges teurer. Das Gute hier ist, dass du innerhalb von 10Minuten zu Fuß ein paar weitere Strände erreichen kannst und sie sich alle unterscheiden. Während der Raileh Beach West vor allem zum Baden einlädt, finden sich am Tonsai Beach die Kletterer um an den steilen Wänden der Felsen waghalsig zu hangeln. Darüber hinaus gibt es noch den Raileh East Besch, da hier aber Mangroven vorherrschen, eignet sich dieser nicht gut zum Baden. Unser persönlicher Favorit war aber der Phra Nang Beach. Er ist am südlichsten gelegen, etwas kleiner und besticht vor allem durch seine spektakulären Felsformationen. Einfach dort in den Sand legen, Brillenaffen in den Bäumen über dir beobachten und eine Abkühlung suchen. Etwas merkwürdig ist die dortige Höhle, die hunderte von Fallussymbolen beherbergt. Ein Blick rein auf dem Weg zum Wasser lohnt sich.

Des weiteren machten wir einen Ausflug zu den PhiPhi Inseln. In den Reisebüros können alle möglichen Touren gebucht werden zu den unterschiedlichsten Zielen. Wir wollten aber unbedingt, wie fast jeder auch, den Maya Beach sehen bei dem The Beach mit Leonardo DiCaprio gedreht wurde. Die einzige Möglichkeit auf Koh Phi Phi Leh (kleinere der zwei Phi Phi Inseln) zu kommen ist mit einem Speedboat. Diese fahren zu dutzenden von Ao Nang, Krabi Stadt und Phuket dort hin. Es ist eine reine Massentourismusabfertigung, also kein schönes Erlebnis auf solch einem Boot. Anlegestellen varriieren je nach Agentur. Wir haben 2 Strände angefahren zum Schnorcheln, Viking Cave und MonkeyBeach sowie beide PhiPhi Inseln.

Auf Koh Phi Phi Leh sieht man dann erst das Ausmaß des Tourismus. Man hat das Gefühl dass wirklich jeder einmal hier gewesen sein möchte. Die Bucht, wie sie aus dem Film bekannt ist, ist nicht ruhig, verlassen und unberührt. Stattdessen reihen sich die Speedboote aneinander, der Strand ist voll mit Menschen und es ist laut. Trotzdem ist es die Reise wert gewesen, denn die kreisrunde Bucht mit den grünen Hängen und dem kristallblauen Wasser ist wunderschön. Die Menschenmassen sind zwar schwer auszublenden aber die Schönheit dieses Ortes blitzt immernoch durch. Wir sind aber eben auch ein Teil dieser Massen. Zum Mittagessen wird man dann auf die größere Phi Phi Don Insel gefahren und in einer Art Kantine abgefertigt. Zu unserem Erstaunen war das Essen jedoch sehr schmackhaft.

Um 16Uhr erreicht man dann wieder das Festland und darf sich von der Tour erholen. Ich schreibe bewusst erholen, denn die Tour ist nicht zum Genießen. Man wird in einem Eiltempo durch die verschiedenen Stationen geschleust und die Bootsfahrt ist laut und ungemütlich. Stichwort Gruppenkuscheln. So kann ich die Tour niemandem empfehlen, der nicht unbedingt die Maya Bay sehen möchte. Ansonsten ist es aber leider der einzige Weg dort hin zu kommen, es sei denn man mietet sich einen Privatfahrer der um einiges teurer ist.

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