Cat Ba Island und Halong Tour

Die Halong Bucht zählt zu einer der spektakulärsten Naturlandschaften in Südostasien. Hunderte von Kalksteinfelsen ragen aus dem smaragdgrünen Wasser heraus und bilden ein mystisches Bild. An den meisten Tagen drübt Nebel die Sicht aber dies macht es dann umso verwunschener. Voller Sonnenschein ist hier selten. Eine Vietnamesische Saga erzählt von einem Drachen der in die Bucht abstieg und mit seinem Schwanz Furchen in das Land zog, die vom Meer überflutet wurden als er ins Wasser abtauchte.

Unser Weg in die Halong Bucht führte uns zunächst über die Zugstation Long Bien in Hanoi. Der Zug dort fährt knapp 3 Stunden bis Haiphong. Eine Küstenstadt nicht weit von Cat Ba, der größten Insel in der Halong Bucht, entfernt. Von Haiphong aus kann man dann entweder ein Speedboat oder einen Bus/Boot/Bus Trip nehmen um ins Zentrum von Cat Ba Stadt zu kommen. Dies dauert dann nochmal etwa 2 Stunden. Schließlich bezogen wir ein GuestHouse direkt am Peer von BenhBinh. Von dort aus starten die Ausflugsschiffe in die Halong Bucht. Wir haben uns mal wieder für die Selbstorganisation entschieden da wir damit zum einen viel weniger bezahlen müssen und zum anderen nicht an die Spots kommen wo die Touristenmassen durchgefahren werden. Es stellte sich am nächsten Tag heraus, dass das die richtige Entscheidung war. Die meisten Touristen entscheiden sich nämlich für eine organisierte Tour von Hanoi aus. Sie starten dann von Halong Stadt aus und kommen in den Riesenstrom der Touristenboote. Cat Ba hingegen ist einfach ruhiger, gemütlicher aber auch etwas touristisch sodass man genug Infrastruktur hat um Essen und einkaufen zu gehen. Dazu ist der Nationalpark Cat Bas ebenfalls sehr lohnenswert wenn das Wetter mitspielt.

Unsere Tour durch die Halong Bucht startete morgens um 8. Da wir in der Nebensaison sind, ist unser Boot nicht überfüllt. Etwa 25 weitere Backpacker sind mit an Bord gekommen. Wir vertreten heute Länder der halben Welt. Es ist eine angenehme Gruppe, keine Sauftouristen, alle bedacht am Reisen und jeder genießt in Ruhe die ersten Blicke beim Ablegen des Piers auf die in Nebel gehüllten Kalksteinberge.

Das Bild ist noch sehr trüb und grau und trotzdem sind wir begeistert. Immer wieder denken wir an Wadi Rum und vergleichen die beiden Landschaften miteinander. Denn eine gewisse Ähnlichkeit ist schon vorhanden nur dass man das eine eben mit dem SUV im Sand und dieses hier auf einem Boot erkunden kann.

Unsere erste Station führte uns vorbei an schwimmenden Dörfern und nistenden Vögeln an den steilen Hängen der grauen Felsen zum Kayaking in einem stillgelegenen Buchtareal. 1 gute Stunde paddeln durch diese grandiose Landschaft.Unter Höhlen hindurch erblickt man hinter jeder Ecke eine neue Felsenkette. Es ist schon wahnsinnig beeindruckend.

Nach dem Kayaking stand dann erstmal eine Stärkung auf dem Boot an. Es wurde uns ein herrliches Mittagsbuffet frisch zubereitet und man konnte sich mit anderen Travellern über seine Erlebnisse und Pläne austauschen.

Nach der Mittagszeit schipperte das Böötchen dann wieder langsam und gemächlich weiter. Es ist schon ein tolles Gefühl auf Deck die Briese im Gesicht zu spüren, zu entschleunigen und die Ruhe zu genießen. Denn hier sind so gut wie keine anderen Touristenboote unterwegs. Man hört keine Musik, das Boot ist so langsam, dass der Motor so gut wie keine Geräusche macht und nur ab und zu durchbricht ein Greifvogel auf Raubzug die Stille.

Nächste Anlegestelle war ein schöner Spot zum Schwimmen. Da es aber doch recht kalt war und das Wasser umso kälter und wir gerade erst die Erkältung überwunden hatten, entschieden wir uns dazu an Deck zu bleiben. Der Ausflug sollte uns ja noch zu Monkey Island führen.

Auf dieser Insel leben wilde Affen die sich auf die Besucher freuen. Denn diese bringen ihnen Essen mit. Man muss also vorsichtig sein was man so in seinem Rucksack mitführt. Denn die Affen sind ganz schön dreist und reissen dir die Sachen regelrecht aus der Hand. Auch vor Bissen muss man aufpassen, am Besten gibt man ihnen das Essen was man noch dabei hat oder lässt es direkt auf dem Boot. So kann man sich die Tiere aus näherer Distanz ohne Bedenken angucken. Es gibt immer andere Touristen die sie noch füttern werden. Der Strand hier ist gesäumt von Muscheln, Korallenresten und feinem Sand. Wer Lust hat kann auf den Berg steigen und die tolle Aussicht über die Bucht genießen. Dieser gestaltete sich aber recht schwierig, da der Weg über scharfe Felskanten führt. Gute Schuhe und ein gewisses Fitnesslevel sind wichtig. Belohnt wird man aber definitiv mit einer grandiosen Aussicht.

Nach dem Abstieg ging es zurück ins Boot. Der Tag ging schnell vorbei. An den schwimmenden Dörfern vorbei merkt man wie hart das Leben hier sein kann. Eine Existenz auf Wasser. Durch den Tourismus ist das Leben schwieriger geworden , denn die Tier und Pflanzenwelt von der die Einheimischen leben hat sich zurückgezogen und erholt sich nicht schnell genug. Es weichen also immer mehr Menschen aufs Festland aus um ihr Geld dort zu verdienen. Und trotzdem sehen wir noch diese schwimmenden Dörfer, die eine komplett eigene Welt bilden. Wir sehen Satellitenschüsseln, Hunde und Kinder beim Spielen auf Booten und alten Holzplanken. Ein wirklich interessanter Ort der sich uns zeigt. Fernab von den vielen Touristenbooten.

Um 17.00uhr sind wir zurück am Peer, voller Eindrücke und begeistert über diesen Tag. Es hat sich gelohnt die Anreise und Organisation selbst zu übernehmen. Wir haben ein zufriedenes Gefühl, dass wir die Halong Bucht sonst nicht so authentisch erlebt hätten können.

Eine Antwort auf „Cat Ba Island und Halong Tour“

Schreibe einen Kommentar