Ein Tag bei den Elefanten

Den Sonntag in Chiang Mai verbrachten wir nicht in der Stadt sondern haben eine Tour zum HugElephantSanctuary gebucht.

Zu den Angeboten mit den Elefanten muss man wissen, dass man gut sondieren sollte. Alles was mit Elefantenreiten zu tun hat kann man getrost sein lassen, denn es liegt nicht in ihrer Natur tagtäglich die Touristen im Kreis herum zu spazieren. Glücklicherweise hat sich das Denken der Touristen in den letzten Jahren geändert, hin zum Wohle des Tieres. Das Reiten der Elefanten steht nicht mehr im Fokus sondern das Besuchen und Begleiten der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Ganz ohne Reiten, Kunststücke oder andere für einen Elefanten unnatürlichen Handlungen. So wie wir es in Ayutthaya beispielsweise gesehen haben und die Elefanten abends mit einem LKW abgekarrt werden. Es haben sich glücklicherweise die Anbieter darauf eingestellt und ebenfalls das Wohl des Tieres in ihre Angebotsstruktur miteinbezogen. Man sieht nur noch selten Angebote mit Elefantenreiten in Chiang Mai.

Wir haben uns nach einer ausführlichen Recherche für das HugElephantSanctuary Camp entschieden. 4 Elefanten (3 Kühe, 1Bulle) leben frei in ihrem natürlichen Lebensraum etwa 1 1/2 Stunden entfernt von Chiang Mai. Sie werden von ein paar wenigen Guides begleitet und betreut. Die Elefanten haben in vielen Jahren gemeinsamer Zeit Vertrauen zu ihnen aufbauen können und folgen ihren Anweisungen. Touristen können zwischen einem halben Tag, einem vollen Tag oder 2 und mehr Tagen Zeit mit den Elefanten im Dschungel verbringen. Dabei passen die Menschen sich den Tieren an und nicht umgekehrt. Sie bleiben stets in ihrer natürlichen Umgebung und tun nur das was sie tun möchten und dazu gehört zu 90% des Tages das Fressen. Sie fressen bis zu 300kg am Tag und Wandern dafür manchmal 20km. Neben dem Fressen ist das Baden in Schlamm und Wasser die Lieblingsbeschäftigung der Dickhäuter. Und damit ist eigentlich schon das beschrieben, woran wir teilnehmen durften.

Wir waren eine kleine Gruppe von 5 Personen. Nach einer kurzen Einweisung vom Guide über das Leben der Elefanten ging es los um unsere neuen Freunde begrüßen zu dürfen. Durch eine tolle Dschungellandschaft mussten wir erstmal steil bergauf wandern. Nach 15 Minuten kamen uns dann auch schon die ersten 2 grauen Riesen entgegen. Ganz gemächlich trotteten sie auf uns zu und erschnupperten das Zuckerrohr in unseren Taschen, was uns unser Guide zuvor gegeben hatte. Um eine Beziehung zum Elefanten aufzubauen muss man ihn ein wenig mit Essen bestechen. Nicht lange und schon standen dann 3 Elefanten um uns herum, gierig mit ihren Rüsseln auf der Suche nach dem leckeren und süßen Zuckerrohr. Man hat schon einen riesen großen Respekt vor der Größe und Stärke dieser Tiere aber Angst vermitteln sie einem keineswegs. Denn sie wirken von Beginn an liebevoll, harmlos und vertrauenswürdig. Nach dem ersten gegenseitigen Abtasten und füttern begaben wir uns auf eine einstündige Wanderung steil den Dschungel bergauf. Ziel waren die Bambushaine in denen die grauen Riesen dann ordentlich wüteten und uns garnicht mehr bemerkten. Im Anschluss an das große Fressen stand dann für uns erstmal ein Mittagessen an. Typisch thailändische Küche zum Stärken. Voller Tatendrang ging es dann ans Schlamm Spa. Elefanten genießen es im Schlamm zu spielen und sich so ordentlich schmutzig zu machen. Dabei kommt es auch immer wieder vor, dass er dich von oben bis unten mit einem kurzen Luftstoß aus seinem Rüssel einsaut. Das trübt aber keineswegs die Laune sondern sorgt nur für noch größeres Gelächter und Freude. Es ist toll die dicke, raue Haut mit dem Schlamm zu benetzen und einem Elefanten so nah zu kommen. Man spürt regelrecht die Freude und den Genuss den der Elefant dabei verspürt. Nach etwa 30 Minuten muss man sich dann aber auch baden und das tut man im anliegenden Fluss. Alle Dickhäuter lassen sich liebend gern mit Wasser bespritzen und den Schlamm von der Haut schrubben. Wie eine Riesenbadewanne mit Elefanten statt Quietschentchen. Danach war die Zeit mit unseren Freunden schon vorbei, denn dann wurden sie wieder „frei“ laufen gelassen um zu fressen. Wir hatten dann noch die Gelegenheit im Nahegelegenen Wasserfall den restlichen Schlamm von uns zu waschen ehe es zurück nach Chiang Mai ging. Ein toller Tag, der das bisherige Highlight unserer Reise bildete und uns immer positiv in Erinnerung bleibt…

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