Hanoi Happy New Year

Am 16.02. sind wir von Vientiane nach Hanoi geflogen. Eine Nachtbusfahrt in Laos reicht uns, die nach Hanoi hätte ohnehin 24 Stunden gedauert und da gönnten wir uns doch lieber einen Flug von einer Stunde. Blöd nur dass wir genau am chinesischen Neujahr oder auch Tet genannt fliegen. Denn das ist der wichtigste Feiertag in Vietnam und so gut wie alles liegt brach. Normal ist Hanoi berühmt für sein ständiges Summen und Brummen seiner unzähligen Mopeds in den Straßen. Wir haben keinen Vergleich zu sonst aber wir merken es daran, das wirklich alle Läden, Restaurants und selbst die Straßenküchen geschlossen haben. Unser Transport mit dem Bus vom Flughafen ins Zentrum verlief dennoch reibungslos. An Tet machen die Vietnamesen Ferien. Die meisten fahren aufs Land zu ihren Familien. Für fast alle sind dies die einzigen Tage im Jahr an denen sie Urlaub und frei von der Arbeit haben.

Wir genießen also die „Ruhe“ der Stadt. Irgendwie sind wir aber trotzdem überwältigt von den vielen Mopeds. Allein das Überqueren einer Straße ist beim ersten Mal schon eine Herausforderung.

Das Stadtbild verrät uns auch, dass viele Familien an Tet die wichtigsten Tempel Hanois besichtigen. Wir sind natürlich mittendrin beim Ansturm. Es ist sehr interessant wie schick gekleidet die Vietnamesen Opfergaben in Form von Geld, Essen oder Blumen an den Schreinen niederlegen. Wir merken schnell, es ist wirklich das größte und wichtigste Fest im Jahr. Die Frauen tragen ihre schicksten Kleider, Männer in Anzug und selbst die Kinder sind schick angezogen. Ein tolles Erlebnis Teil dieses Festes sein zu können, sei es nur am Rande. Hinzu kommt, dass überall Pfirsichbäume aufgestellt werden. Sie sind mit unseren Christbäumen zu vergleichen. Die ganze Stadt ist ein großes Familienfest. Familienbilder werden an jeder Ecke geschossen, es wird gelacht und eine gewisse Herzlichkeit liegt in der Luft. Das Jahr 2561 hat in Vietnam begonnen.

In den nächsten Tagen erwacht Hanoi immer mehr. Zwar können die Tet – Ferien bis zu zwei Wochen andauern aber einige gehen schon nach 2 Tagen ihren Geschäften nach. Folglich wird das Summen und Brummen innerhalb Hanois mit jedem Tag mehr und lauter. Die typischen Straßenküchen öffnen wieder und wir setzen uns auf einen der bunten Plastikhocker und schlürfen unsere Nudelsuppe (Pho) und schauen dem Treiben der Vietnamesen zu. Der Verkehr ist sowas wie eine unausgesprochene Attraktion. Es wird alles und jeder auf einem Moped transportiert. Bäume, Leitern, Tiere und 4-5 Leute auf einem Roller sind keine Seltenheit. Ein heiloses Durcheinander, ohne offizielle Verkehrsregeln außer einer, jeder gibt auf sich selbst acht. In Deutschland unmöglich aber hier scheint das System zu funktionieren. Die Hupe dient als Vorfahrtsmerkmal. Sie sind schon wirklich abenteuerlustige aber ebenso hervorragende Fahrer.

Hanoi ist also eine laute, dreckige und volle Stadt. Die vielen Seen und Grünanlagen bringen aber eine angenehme Abwechslung ins Stadtbild. Das meiste Leben am Tag und Abend spielt sich am Hoan Kiem See ab. Der Legende nach lebte einst eine große Schildkröte in dem See. Ein Abbild von ihr ist im Seetempel ausgestellt. So kam auch der Turm der aus dem See herausragt seinen Namen. Schildkrötenturm.

Des weiteren ist mal wieder der Nachtmarkt sehr lohnenswert. Denn in dem Viertel in dem tagsüber die Tausende Mopeds durchrollen wird verkehrsberuhigt und von Ständen und Menschenmassen überflutet. Die Einheimischen treffen sich zum Musizieren, Hacky-sack spielen, Flanieren oder Steinchen Spielen und vielem mehr. Ein reges Treiben.

Hanoi hat so viel interessante Ecken zu bieten, dass man getrost mehrere Wochen dort verbringen kann ohne alles gesehen zu haben. Wir setzten somit Schwerpunkte und geben eine kurze Auflistung unserer 10 lohnenswertesten Sehenswürdigkeiten neben dem Tet-Event.

1. Ho-Chi-Minh Mausoleum und Museum

2. Literaturtempel

3. Hoa Lo Gefängnis

4. Wasserpuppentheater

5. Thien Thanh Railwaystreet

6. Viertel rund um den Hoan Kiem See

7. St. Joseph Kathedrale

8. Tran Quoc Pagode

9. Straßenküchen mit dem Nationalgericht Pho

10. Verkehr Hanois/Fahrt auf einem Mopedtaxi

Wir haben die Zeit hier sehr genossen. Auch wenn es eine laute, volle und schnelllebige Stadt ist hat sie ihren ganz eigenen Charme. Man muss wirklich Eintauchen und die Stadt zu Fuß erkunden. So gewöhnt man sich immer mehr an den Verkehr und findet die schönen Ecken dieser Stadt.

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