Lombok

Lombok, der weniger touristische Nachbar von Bali, ist ein ideales und nahegelegenes Ziel wenn man dem Trubel von Bali entkommen will und auf der Suche nach authentischem Flair ist. Die Menschen, die auf Lombok leben gehören dem Volk der Sasak an und sind muslimischen Glaubens. Dementsprechend viele Moscheen kann man auf der Insel finden. Die Insel ist weniger dicht besiedelt und dennoch leben hier 2 Millionen Menschen. Die Straßen sind überwiegend in einem sehr guten Zustand und der Verkehr ist nicht dicht und überlastet.

Mit dem Boot kommt man in der Regel in Bangsal im Norden der Insel an und kann von dort einen Shuttle Service nach Senggigi oder Kuta nehmen. Die beiden Haupttouristenorte der Insel. Es lohnt sich zunächst einen mehrtägigen Stop in Senggigi einzulegen und den Norden der Insel mit einem Roller zu erkunden. Senggigi selbst ist ein Touristenort mit guter Infrastruktur und einem sehr schönen Strand. Fährt man entlang der Küste Richtung Norden sieht man einige tolle Buchten mit wunderschönen Stränden. Vorbei an Reisfeldern und ursprünglichen Dörfern, sind ein beliebtes Ziel die Wasserfälle Sendang und Tiu Kelep. Die Strecke lässt sich gemütlich in 2 Stunden mit mehreren Stopps mit dem Roller bewältigen. Dort angekommen erwartet einen ein kurzer Spaziergang zum Sendang Wasserfall. Weitere 30 Minuten bis zum Tiu Kelep. Der Weg ist etwas schwieriger. Über Steine und durch Bäche wartend, aber es lohnt sich. Die beiden gewaltigen Wasserfälle umgeben von grüner Natur sind ein absolutes Highlight. Bei gutem Wetter hat man auch die Sicht auf den Rinjani, den zweithöchsten Vulkan Indonesiens, der ebenfalls viele Reisende anzieht um ihn bei einer 3 tägigen Trekkingtour zu besteigen.
Nach Senggigi empfiehlt es sich in den Süden nach Kuta zu ziehen. Dem Haupttouristenort der Insel. Entweder man nimmt auch hier einen Shuttleservice oder mietet sich einen Roller und fährt auf eigene Faust in den Süden. Vorteil ist, dass man stoppen kann wann man möchte, der Nachteil, man muss den Weg auch zurückfahren um den Roller zurückzugeben. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und konnte mir so z.B. auch ein Bild der Hauptstadt Mataram machen. Im Epicentrum (Mall) bekommt man einen guten Eindruck von der modernen Jugend auf Lombok. Im Starbucks oder Burgerking , in Markenkleidung treffen sie sich wie auch bei uns in Deutschland und tauschen sich über den Tag aus. Ein wirklich kontrastreiches Programm zu den noch vielen traditionellen und einfachen Dörfern der Sasak. Auch die größte Moschee der Insel ist in Mataram zu finden und strahlt prunkvoll aus der Stadt hervor.
Kuta selbst ist ein beliebter Ort bei Surfern und Backpackern aber auch immer mehr Familien zieht es hierhin. Es wird fleißig an Hotels gebaut und eine schicke Promenade wurde bereits fertiggestellt. Nicht mehr lange und es wird bald wie auf Bali zugehen. Der Strand in Kuta ist nicht sehr schön, dafür bieten aber die umliegenden Strände eine traumhafte Kulisse und teilweise Traumstände für einen alleine. Da wäre zum Beispiel der Tanjung Aan Beach. Eine kreisrunde fast geschlossene Bucht mit türkisfarbenem Wasser. Ein kurzer Aufstieg auf die Hügelkette lohnt sich für ein Panorama und den Sonnenuntergang. Ganz weit im Osten der Insel befindet sich der Pink Beach. Je nach Intensität des Lichtes leuchtet der Sand in einer pinken Farbe. Der Strand ist aufgrund seiner Lage sehr ruhig und so ist man teilweise völlig alleine an diesem Traumstrand. Aber auch im Westen von Kuta gibt es ein paar Strände die sich lohnen. Da wären der Mawun Beach und Selong Belanak. Beide gute Strande zum Baden und Surfen.
  
Wer genug von Stränden hat, für den lohnt sich ein Ausflug in die nahegelegenen Sasak Dörfer Ende und Sade. Zwar haben sie nicht mehr die Authentizität bewahrt und sind auf Touristen eingestellt aber dennoch bekommt man einen guten Eindruck der Kultur. Markantes Merkmal sind die Reisspeicher im Obergeschoss der einfach gehaltenen Bambushäuser mit ihren geschwungenen Dächern. Des weiteren sind sie sehr geschickt im Weben von Teppichen und zeigen eindrucksvoll ihr Handwerk. Typisch für die Sasak sind die Stickfights. Ein Kampf zwischen zwei Männern mit Holzstock und Schild untermalt mit Livemusik und Tanz. Für die Touristen sind die Stickfights nur zur Unterhaltung, bei richtigen Festivals geht es schon ganz schön brutal zu denn es geht um Ehre und Geld. Wer nach den besuchen Blut geleckt hat und sich traut kann nun ein wenig abseits der Routen fahren und sich weitere Dörfer anschauen. Die Menschen hier sind direkt sehr offen und freundlich und sind neugierig ein westliches Gesicht zu sehen. Englisch sprechen sie in der Regel nicht aber mit den Händen und Füßen kann man sich immer irgendwie verständigen. Eine Partie Fußball auf der Hauptstraße und Drachen steigen im Reisfeld und schon hat man Kontakte zu den Einheimischen geknüpft.
          
Insgesamt hat mich Lombok fasziniert und mir wahnsinnig gefallen. Es ist noch wesentlich ursprünglicher und authentischer als Bali und die Menschen sind sehr offen und freundlich. Das Preisniveau ist auch etwas günstiger und die Strände wunderschön. Ich würde es jedem empfehlen solange noch hier nicht der Massentourismus angekommen ist.

 

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