Vientiane

Die Hauptstadt in der Mitte des Landes und direkt an der thailändischen Grenze gelegen erreichten wir mittels einem VIP Nachtbus. Wobei das VIP keineswegs für very important Person stehen konnte. Geschlafen wurde in Doppelbetten so breit wie ein Einzelbett. Die Matratze so dünn wie eine Campingmatte und wer Pech hatte landete ganz hinten im Bus und musste sich eine etwas breitere Liegefläche mit 5 Personen teilen. Zu unserem Vorteil reisen wir zu zweit und konnten uns ein Bett teilen statt mit einem völlig Fremden zu Kuscheln. Wenn wir nicht noch die Erkältung in den Knochen hätten wäre die 14 stündige Fahrt, bei der es Kurve um Kurve bergauf und wieder bergab ging, ein nettes Abenteuer gewesen. So versuchten wir uns eben irgendwie in das kleine Bett zu zwängen, die nackten fremden Füße links vorm Gesicht am hängen und das Fenster raus in die Dunkelheit des Urwaldes rechts von uns.

Pünktlich zum Sonnenaufgang kamen wir dann in der Busstation an. Eine weitere kurze Taxifahrt zum Guesthouse und wir konnten zunächst den verpassten Schlaf nachholen.

Vientiane selbst ist eine sehr ruhige und gemächliche Hauptstadt im Vergleich zu anderen südostasiatischen Metropolen. Viel zu sehen gibt es auf den ersten Blick nicht. Auch hier ist der französische Hauch an den Fassaden der Häuser und dem Angebot an Backwaren zu erkennen. Sehenswürdigkeiten sind beispielsweise das Pendant zum Arc de Triumph, das Patuxay Gate, der Pha That Luang Tempel, der Chaoanuvong Park und der etwas außerhalb der Stadt gelegene BuddhaPark mit seinen teilweise skurrilen Buddhafiguren. Am Abend lohnt es sich ans Mekong-Ufer zu gehen und den Sonnenuntergang zu gucken. Die Laoten treffen sich dort mit Freunden. Außerdem wird an der Promenade Sport angeboten. So kann jeder der Lust dazu hat für ein kleines Trinkgeld beim Tanzen, Yoga etc. mitmachen und in einer großen Gruppe neue Leute kennen lernen. Es wirkt ein bisschen wie der Venice Beach von Vientiane denn andere fahren Skateboard oder Fahrrad und wiederum andere treffen sich in den relativ runtergekommenen Fitnessparks. Vielleicht ist dann Venice Beach doch etwas hochgegriffen aber es ist eine nette Atmosphäre die ansteckend wirkt. Was sich leider nicht lohnt ist der angrenzende Nachtmarkt. Er bietet im Vergleich zu Luangprabangs nur schlechte Fakeware und wenig Abwechslung beim Essen.

So hat Vientiane aber gerade wegen seiner Ruhe und Gemütlichkeit überzeugt. Auch wenn viele sagen es sei eine langweilige Stadt in der es nichts zu sehen und zu tun gibt, so kann man dort aber wunderbar auftanken und die Weiterreise planen.

Einen Tipp: wir haben zum Erkunden der Stadt ein Fahrrad für 10000Kip den Tag gemietet. Das ist 1€ pro Fahrrad und es erleichtert die Wege enorm. Der Verkehr ist auch nicht ganz so schlimm und man gibt auf dich gegenseitig acht.

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