Zweite Heimat Griechenland

Zum Abschluss meiner Reise ging es nach Griechenland. Dem mir so bekannten und geliebten Land um all das was ich erlebt und gesehen hab Revue passieren zu lassen. Mit seinem tiefblauen Meer, der im Mai schon starken Sonne und dem fabelhaften Essen bot es sich idealerweise an ein bisschen den Frühling hier zu genießen.

Nach einem Tag in Athen ging es mit dem Bus nach Nafplion und weiter nach Tolon. Es ist noch sehr ruhig hier gewesen, keine Touristenmassen wie im Sommer. Die Tavernen und Cafés, der gesamte Ort wirkt mehr verschlafen und die Einheimischen genießen die Ruhe vor ihren Läden bei einer Tasse Frapé und einem Schwätzchen. Für mich und meine Familie ist die Gegend aber schon immer wie eine Zweite Heimat wegen des Lefka Beach Camping Platzes. Es fühlt sich falsch an hier in Tolon in einem Appartement zu übernachten, wenn man immer gecampt hat. So hab ich mir in den ersten Tagen ein Zelt organisiert und dabei einige nette Griechen kennenlernen können. Nach den vielen Woche des Reisens hatte ich nun alle Zeit der Welt und keinen Stress weiterzuziehen. Ich wusste schon warum ich hier hin gekommen bin zum Abschluss. So ging es dann für weitere 3 Tage mit meinem ausgeliehenen Pop Up Tent zum Lefka Beach. Giotta und Takis haben mich herzlich aufgenommen. Auch hier waren nur ein paar wenige Wohnmobile mit Rentnern oder Eltern in Teilzeit anwesend. Der perfekte, ruhige und idyllische Ort um auszuspannen und zurück zum simplen Lifestyle zu finden. Denn ich war nicht wirklich ausgerüstet fürs Camping aber die Improvisation war schon immer das A und O beim Reisen. Und so konnte ich mir über die Tage hinweg ein entspanntes Dasein schaffen, weit ab von Menschenmassen und Verpflichtungen. Auch wenn das Meer noch recht kühl war, genoss ich das Bad im Wasser und die warmen Sonnenstrahlen. Nach über zehn Jahren besuchte ich auch mal wieder das Amphitheater Epidauros. Schon der Weg dort hin war wunderschön. Denn im Mai ist Griechenland sehr viel grüner und viele Blumen stehen in ihrer Blütenpracht. In Epidauros waren auch nicht sehr viele Touristen und man konnte die Szenerie viel mehr auf sich wirken lassen.
Das Dorf Ligourio direkt bei Epidauros ist auch einen Abstecher wert. Hier spielt sich das Leben noch ganz langsam und gemächlich ab.
Nach meiner Zeit rund um Nafplion, Drepano und Vivari zog es mich nochmal 2 Tage weiter südlich des Peloponnes nach Tyros zu meinen Taufpaten Manos und Marianne. Die beiden haben ein wunderschönes Häuschen in Alt-Tyros weit oben am Hang kleben mit einem einzigartigem Panoramablick auf das Meer. Zu meinem Glück sind sie gerade erst angekommen in Griechenland und boten mir für 2 Tage an sie zu besuchen.

Mit dem Bus von Nafplion nach Argos und weiter nach Tyros und 3 Stunden später sehe ich seit Ewigkeiten wieder ein Auto mit einem Westerwälder Kennzeichen und Manos lächelt mir herzlich entgegen. Es ist wie ein erstes nach Hause kommen für mich bevor es zurück nach Deutschland geht.
Die zwei Tage in Tyros vergingen dann wie im Fluge. Gutes griechisches Essen in Tavernen am Meer, Frapé im Café unter schattenspendenden Bäumen in Leonidion, lange und nette Gespräche mit meinen beiden Paten und chancenlos im Tavli gegen Marianne zu sein, ließen mich nochmal das griechische Leben von einer neuen Seite spüren. Aufzustehen mit diesem Panoramablick und den Tag mit einem guten Frühstück auf der Terrasse zu beginnen ist schon ein tolles Privileg. Aber die beiden haben auch viele viele Jahre hart dafür gearbeitet und haben es sich mehr als verdient ihren Ruhestand in diesem kleinen selbstgeschaffenen Paradies zu genießen.
Mit ihrer Herzlichkeit und Gastfreundschaft fühlte ich mich wie zu Hause und bin unglaublich dankbar meine Reise zusammen mit ihnen an diesem tollen Ort beenden zu dürfen. Deswegen bedanke ich mich nochmal an dieser Stelle an euch beide, dass ihr mich eingeladen habt und mir diese zwei unvergesslichen Tage geschenkt habt.

Über Nafplion ging es dann wieder zurück nach Athen um am nächsten Tag meinen Flieger zurück nach Deutschland zu nehmen. Ein komisches Gefühl nach der langen Zeit plötzlich alles hinter sich lassen zu müssen. Das Meer, den Strand, die vielen Länder, das Essen, die Menschen, die Kulturen, die Tiere, die Gerüche, die Natur. Die Vielfalt auf dieser Welt ist enorm und ich habe gerade mal einen kleinen Teil erleben dürfen…

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